„Ich
hätte nicht gebeisst
und gewaut, nur gelauft und stillgesein“
Welche Sprachauffälligkeiten haben Kinder?
Kinder im Vorschul-
und Grundschulalter kommen zu uns mit Entwicklungsrückständen
im Bereich der Artikulation. Sie haben
zum Beispiel Zischlautstörungen
(„lispeln“, „Mein Kind spricht kein sch“)
oder ersetzen k durch t oder g durch d („ich esse derne Tuchen“).
Häufig werden mehrere Laute fehlgebildet oder ersetzt. Zum
Teil regelmäßig oder nur vereinzelt.
Nach ausführlicher logopädischer Diagnostik klären
wir mit Ihnen, ob es sich um altersgemäße Besonderheiten
in der Lautentwicklung handelt oder um eine behandlungsbedürftige phonologische
Störung oder Dyslalie.
Wir überprüfen die mundmotorischen Fähigkeiten
des Kindes, um zu entscheiden, ob die Artikulationsstörung
aufgrund der Beschaffenheit der Artikulationsmuskulatur und der
motorischen und taktil-kinästhetischen Steuerung mit ausgelöst
und aufrechterhalten wird.
So können wir ebenfalls beurteilen, ob eine Myofunktionelle
Störung vorliegt. Hier handelt es sich um eine Auffälligkeit
der Mund- und Kiefermuskulatur, deren Hauptmerkmal vorverlagertes
Schlucken ist, welches zu Wachstumsanomalien des Oberkiefers führt
und häufig mit einer Fehlbildung der Laute s und sch einhergeht.
Möglicherweise fällt Ihnen auch der Satzbau Ihres Kindes
auf. Die Sätze können zum Beispiel unvollständig
sein („Du mir helfen“), die Wortfolge im Satz ist fehlerhaft
(Die Mama heute kocht.“), die Zeit- oder Pluralmarkierungen
sind fehlerhaft („Ich gingte“, „die Kühen“).
Auch hier unterscheiden wir zwischen regelrechten Entwicklungsstufen
im natürlichen Spracherwerb und therapiebedürftigen Störungen
der syntaktisch-morphologischen Entwicklung oder eines Dysgrammatismus.
Vielleicht sind Sie der Meinung, dass ihr Kind sich noch nicht
so gut ausdrücken kann, wenn es einen Gegenstand beschreiben
will oder eine erlebte Situation schildern möchte. Wir überprüfen,
ob ihr Kind einen altersgemäßen Wortschatz hat oder
eine semantisch-lexikalische Störung vorliegt.
Neben der Erfassung des allgemeinen sprachlichen Entwicklungsstandes
wird darüber hinaus der nicht-sprachliche Entwicklungsstand
eingeschätzt. Hierzu zählen das Spiel-und Sozialverhalten,
die kognitiven, die sensorischen und motorischen Fähigkeiten
des Kindes.
Ein ausführliches Anamnesegespräch, standardisierte
Tests, Screeningverfahren und Beobachtung des verbalen und nonverbalen
Kontakt- und Spielverhaltens des Kindes in einer freien Kommunikationssituation
bieten vielfältige Möglichkeiten den individuellen Störungsschwerpunkt
herauszufinden.
Wann ist die Sprache Ihres Kindes als auffällig
zu bezeichnen?
Wie behandeln wir die sprachlichen Auffälligkeiten Ihres
Kindes?
Diese Fragen klären wir in Elterngesprächen, die nach
der Befunderhebung und während der laufenden Therapie stattfinden.
Hier erfahren sie viel über Ihre Möglichkeiten, Ihr Kind über
die Therapie hinaus sprachlich zu fördern und in dieser Phase
liebevoll und unterstützend zu begleiten.
In der Therapie suchen wir nach der Stärke des Kindes, die
es ihm ermöglicht, seinen Rückstand aufzuholen. –zurück– |