Aphasie
Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die
nach einer Schädigung der linken Hirnhälfte auftreten kann.
Ursache solch einer Schädigung ist in vielen Fällen ein
Schlaganfall.
Auch Hirnblutungen, Hirntumore oder Schädel – Hirnverletzungen
können aphasische Störungen verursachen.
Das Wort „Aphasie“ ist ein medizinischer
Fachbegriff und bedeutet soviel wie Sprachlosigkeit.
Es handelt sich bei Aphasie nicht in jedem Fall um einen totalen
Sprachverlust.
Je nach Ausmaß und Lokalisation der Schädigung des Gehirns
tritt die Sprachstörung in unterschiedlichen Schweregraden
auf.
Intelligenz und Bewusstsein sind nicht betroffen, beeinträchtigt
sind folgende wichtige Leistungsbereiche der Sprache:
- Verstehen (gesprochener und geschriebener Sprache)
Aphasiker haben häufig Schwierigkeiten, gesprochene und geschriebene
Sprache zu verstehen. Viele Betroffene können (nicht immer)
einem Gespräch folgen oder verstehen bestimmte Äußerungen
falsch, besonders dann, wenn sehr schnell gesprochen wird oder mehrere
Personen am Gespräch beteiligt sind.
- Sprechen und Schreiben
Viele Aphasiker haben Mühe, sich spontan zu äußern,
wenn sie angesprochen werden und antworten wollen. Manche Aphasiker
finden in Gesprächssituationen nicht die passenden Wörter,
sie haben Wortfindungsstörungen (Symptome einer Amnestischen
Aphasie).
Andere sprechen sehr langsam und es treten Fehler im Satzbau
auf, der einem Telegrammstil ähnelt (Symptome einer Broca – Aphasie).
Einige Aphasiker sprechen dagegen flüssig in langen komplexen
Sätzen, verlieren aber den roten Faden (Abweichung von der intendierten Äußerung)
und es kommt zu Satzabbrüchen (Symptome einer Wernicke – Aphasie).
Die Fähigkeit zu schreiben ist oft im gleichen Maße und
in der gleichen Weise betroffen wie die Sprachfähigkeit.
Was bedeutet Aphasie für die Betroffenen
und ihr soziales Umfeld?
Für die Betroffenen:
- Aphasiker haben in den meisten Fällen ein ungestörtes
Denkvermögen.
- Aphasiker scheinen oft ein besseres Sprachverständnis zu
haben, als es in Wirklichkeit der Fall ist.
- Aphasiker sind oft emotional instabil.
- Aphasiker brauchen Zeit und Ruhe zum Verstehen, Reagieren und
Antworten.
- Aphasiker haben auch beim Lesen und Schreiben Schwierigkeiten.
Für die Angehörigen:
Die Aphasie trifft zwar einen Einzelnen, hat aber immer gravierende
Auswirkungen auf das Leben der nächsten Angehörigen.
Die Kommunikation mit Aphasikern ist zwar sicher erschwert, aber
nicht unmöglich.
Einige Hilfestellungen für die Kommunikation mit Aphasikern:
- Geduld bewahren! Zuhören bedeutet: Warten!
- Den Wortlaut der eigenen Äußerung variieren!
- Auf den Inhalt achten, die sprachliche Form überhören.
- Sich in die aphasische Sprache einhören.
Wichtig:
Angehörige und Freunde sind nicht für die Sprachtherapie
zuständig, sondern für die Lebensqualität, eine befriedigende
Gestaltung des Alltags und den liebevollen Umgang mit dem Aphasiker.
Logopädische Behandlung
Ziel jeder logopädischen Behandlung ist es, dass Aphasiker lernen,
ihre Verständigungsfähigkeit zu verbessern und ihre verbliebenen
kommunikativen Fähigkeiten zu optimieren.
Dazu wenden Logopädinnen spezielle therapeutische Methoden an,
die nichts mit Sprechübungen aus der Schulzeit oder mit Fremdsprachenunterricht
zu tun haben.
Für jeden Aphasiker wird nach Auswertung eines standardisierten
Testverfahrens ein individueller Behandlungsplan entworfen. Vielfältige
auch nichtsprachliche Übungen wie Entspannung, Konzentrationstraining
und das Trainieren praktischer Handlungen gehören zu den Mitteln
der Logopäden. Sie werden nach individuellen Bedürfnissen
und den Ergebnissen der Diagnose eingesetzt.
Eine Aphasiebehandlung ist eine Langzeittherapie und kann sich
oft über
mehrere Jahre hinziehen. Bringen die Betroffenen viel Geduld und
Motivation mit, können große Fortschritte erreicht
werden.
Die logopädische Therapie erfolgt nach ärztlicher
Verordnung (Neurologen) und wird von allen Kassen bezahlt.
Wenn Sie Fragen zum Thema Aphasie haben, von Ihren Erfahrungen
berichten möchten oder Beratung/Therapie wünschen, rufen
Sie uns an. Wir helfen gern weiter.
Aphasiker müssen aus ihrer Isolation herausgeführt werden,
um weiterhin ein erfülltes Leben in ihrem sozialen
Umfeld führen
zu können.
Ein wesentlicher Bestandteil einer logopädischen Therapie ist
daher auch das Miteinbeziehen der nächsten Angehörigen,
der Lebenspartner. –Zum
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